((Bild: Mein Weg mit Diabetes Mellitus))



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7. Blutzuckermessung zu Hause, selbst Blutzucker messen

7.1 Wer sollte selbst seinen Zucker messen

Wer noch am Anfang der Diabetes-Erkrankung steht, nur gering erhöte Blutzuckerwerte aufweist und demzufolge noch ohne Medikamente oder Insulin auskommt, braucht sich im Normalfall nicht mit eigenen Zuckermessungen zu beschäftigen. Es genügt die regelmäßige Bestimmung beim Hausarzt. Steigen die Zuckerwerte soweit an, dass orale Antidiabetika zur Therapie erforderlich werden, die den Blutzucker zwar senken, aber keine Unterzuckerungen auslösen, wird in vielen Fällen ebenso weiterverfahren.
Wer allerdings eine optimale Behandlung anstrebt, um seine Zuckerwerte in den Griff zu bekommen, dem empfehle ich, sich nunmehr in die Obhut eines Diabetologen zu begeben.
Ausserdem erachte ich es in diesem Fall für sinnvoll, dass man seine Zuckerwerte misst und aufschreibt. Wichtig dabei ist, dass man mit den so gewonnenen Informationen auch etwas anfangen kann. Zum Beispiel verraten sie, wie sich Diäten, Schwimmbadbesuch, Abendspaziergang, Gartenarbeiten und nicht zuletzt die Mediklamentierung, auf den Blutzucker auswirken. Misst man den Zucker jedoch nur nach bestimmten Ereignissen einmalig, so ist das lediglich eine Momentaufnahme, die überhaupt nichts aussagt. Wenn schon messen, dann als Tagesprofilmessung. Bei einer Tagesprofilmessung erhält man den Verlauf der Werte über einen Tag hinweg, also das Tagesprofil. Wie eine solche Tagesprofilmessung aussehen kann, habe ich schon zu Beginn von Kapitel 2 beschrieben. Diabetiker die Langzeit-Insulin spritzen, sollten generell eine wöchentliche Tagesprofilmessung durchführen. Am häufigsten sollten Diabetiker messen, die Insulin spritzen und die Dosis selbstständig an den Bedarf anpassen. Dazu benötigen sie im Durchschnitt vier bis sieben Messungen täglich. Bei ihnen ist eine wöchentliche Tagesprofilmessung nicht ausreichend.


7.2 Beschaffung und Kosten von Messgerät und Zubehör

Leider tragen die gesetzlichen Krankenkassen Blutzuckermessgeräte und Zubehör nur bei insulinpflichtigen Patienten. Privatpatienten haben größere Chancen auf eine Kostenübernahme. Das zur Messung erforderliche Blutzucker-Messgerät müssen Sie nicht für teures Geld in der Apotheke oder einem Fachgeschäft kaufen. Oft bieten die Hersteller ihre Geräte kostenlos an, oder vertreiben sie kostenlos über die Hausärzte und insbesondere die Diabetologen. Verdienen tun sie am Zubehör, hauptsächlich an den erforderlichen Messstreifen, die natürlich von Gerät zu Gerät nicht kompatibel sind. Die Preise für Messgerät und Zubehör schwanken von Hersteller zu Hersteller sehr stark, was langfristige Vergleiche an dieser Stelle unmöglich macht, zumal in meinem Fall die Krankenkasse die Kosten übernimmt. Hier muss jeder für sich selbst entscheiden. Preisvergleiche sind jedoch mitunter sinnvoll. Wer die Kosten selbst übernehmen muss, sollte eventuell in Erwägung ziehen, das Messgerät, auch wenn etwas teurer, selbst zu kaufen, wenn er dadurch die Messstreifen billiger bekommt, die er ja ständig benötigt.
Die erforderlichen Lanzetten für die Stechhilfen sind Einwegprodukte, so dass für jeden Einstich eine neue Lanzette verwendet werden sollte, damit der Stich möglichst nicht schmerzt und keine Infektionen entstehen können. Jedoch gibt es wahrscheinlich kaum Diabetiker, die sich daran halten, ich auch nicht. Allerdings muss ich hier zur einmaligen Verwendung raten, denn wenn es zu einer Entzündung wegen mehrfacher Verwendung kommt, ist jeder selbst dafür verantwortlich.
Hier nun einmal der Versuch einer Kostenrechnung am Beispiel meiner Variante zum Stand vom Januar 2017:
Messsystem: Accu-Chek Aviva (Testsieger Stiftung Warentest Note 1,7)
50 Lanzetten preisgünstigste Variante 6,50 €
50 Messstreifen preisgünstigste Variante 27,00 €
Kosten pro Messung: 0,67 €
Kosten pro Tagesprofilmessung bei 5 Einzelmessungen: €
Jährliche Kosten bei Tagesprofilmessung alle 8 Tage: ca. 153,00 €
Monatliche Kosten: ca. 12,75 €
Bei entsprechender Herstellerwahl lassen sich die Kosten nach meinen Schätzungen auf zwei Drittel bis die Hälfte reduzieren (B-Geräte). Vergleicht man wie viel Geld mitunter für sinnlose Nahrungsergänzungsmittel ausgegeben wird, sollte sich jeder Betroffene gut überlegen, ob der doch recht geringe finanzielle Aufwand im Interesse der Diabetes-Therapierung nicht gerechtfertigt ist, auch wenn man noch insulinunabhängig ist.


7.3 Anwendung und Genauigkeit der Geräte

Am wichtigsten ist die gründliche Reinigung der Einstichstelle vor jeder Messung, da selbst geringe Unsauberkeiten das Messergebnis verfälschen können. Außerdem sollte der Finger zur Gewinnung des Bluttropfens nicht stark gedrückt werden, da auch das zu einer Verfälschung führen kann (Gewebeflüssigkeit wie z. B. Lymphe). Notfalls ist ein zweiter Einstich oder die Änderung der Stechhilfeeinstellung erforderlich.
Als Einstichstelle verwende ich, wie auch allgemein empfohlen, die Fingerspitze. Dabei wechsle ich im Laufe der Tagesprofilmessung vom Zeigefinger zum Mittelfinger, Ringfinger sowie Zeigefinger und Mittelfinger der anderen Hand. Diese Reihenfolge lässt sich leicht merken und eine Anhäufung von Einstichen an einer Stelle wird vermieden. Probleme hatte ich dabei noch nie.
Zu Beginn meiner Messtätigkeiten wollte ich natürlich alles möglichst genau wissen und in erster Linie, wie genau mein Messgerät arbeitet. Also führte ich mehrere Messungen kurz hintereinander durch und erlebte eine böse Überraschung. Es ergaben sich Werte, die bis zu 2 mmol/l von einander abwichen. Mittlerweile weiß ich, dass der Blutzuckerwert selbst in Zeiten von weniger als einer Minute beträchtlich schwanken kann und meine so gewonnenen Messwerte keine Aussage über die Genauigkeit des Messgerätes zuließen. Es ist jeweils nur eine Momentaufnahme und eine Tagesprofilmessung eben unerlässlich.
Was die Genauigkeit der Messgeräte betrifft, gibt es gesetzliche Vorgaben (DIN EN ISO 15197). Grob gesagt sollte die Abweichung zu einem Referenzmesswert 0,83 mmol/l bzw. 20 % nicht überschreiten.
Der Diabetologe verfügt in der Regel über ein genau gehendes Referenzmessgerät (der Hausarzt meist nicht). Um sein Blutzuckermessgerät auf Genauigkeit testen zu lassen, sollte die Messung an beiden Geräten unbedingt über den gleichen Blutstropfen erfolgen und der zeitliche Abstand beider Messungen so gering wie möglich gehalten werden.

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Fotos: M. Koch Oberweißbach,

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