((Bild: Mein Weg mit Diabetes Mellitus))



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6. Erfahrungen mit Diabetes-Mediklamenten, orale Antidiabetika

Unter Antidiabetika sind alle seitens der Schulmedizin angewendeten Medikamente zur Blutzuckersenkung zu verstehen. Alle diese Medikamente sind verschreibungspflichtig und sollten auch nur nach Anleitung des behandelnden Arztes eingenommen werden.
Die hier getroffenen Aussagen über solche Medikamente und Medikamentgruppen geben nur meine persönlichen Kenntnisse und Erfahrungen wieder. Sie können nicht verallgemeinert werden und ersetzen keinesfalls einen Arzt, Diabetologen und das Lesen der Packungsbeilage. Wirkungen, Nebenwirkungen u. ä. können bei jedem Menschen gravierend anders sein. Dies bitte ich unbedingt zu bedenken.
Im folgenden beziehe ich mich auf Medikamente und Medikamentgruppen mit denen ich direkte oder auch nur indirekte Erfahrungen gemacht habe. Die Liste ist keinesfalls vollständig.

1. Glucobay
Glucobay ist ein Enzympräparat (Katalysator) mit dem Wirkstoff Acarbose und hemmt katalytisch die Umsetzung von Mehrfachzucker in Glukose. Es soll also dafür sorgen, dass mit der Nahrung aufgenommene Kohlenhydrate nicht vom Darm resorbiert werden und damit auch nicht in den Blutstrom gelangen können. Dadurch wirkt es hauptsächlich nach den Mahlzeiten blutzuckersenkend. Insbesondere wird es Diabetikern vom Typ 2 verschrieben, deren Diabetes noch nicht weit fortgeschritten ist.
pictErfahrung Meine Erfahrungen:
Ich nahm das Medikament im Jahr 2005 über einen längeren Zeitraum ein. Ein Absinken des HbA1c war, wenn überhaupt, nur gering. Dagegen waren die Nebenwirkungen wie geruchsintensive Blähungen und Bauchschmerzen erheblich. So setzte ich Glucobay ersatzlos wieder ab, zumal dieses Medikament auch in der Fachwelt als sehr fraglich diskutiert wird.

2. Sulfonylharnstoffe
Sulfonylharnstoffe regen die Freisetzung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse in die Blutbahn an. Es handelt sich um eine ganze Gruppe von Medikamenten, wobei der Wirkmechanismus ähnlich ist (z. B. Glibenclamid, Tolbutamid, Glibornurid, Gliclazid, Glimepirid). Unter der Therapie mit Sulfonylharnstoffen kommt es zu einer Gewichtszunahme, weswegen sie für übergewichtige Diabetiker eher weniger geeignet sind.
Die wichtigste Nebenwirkung von Sulfonylharnstoffen ist die durch zusätzliches Insulin ausgelöste Hypoglykämie, also eine Unterzuckerung. Eine weitere wichtige Nebenwirkung ist die Alkoholunverträglichkeit, die mit Übelkeit, Erbrechen und Kreislaufproblemen bis hin zum Kollaps einhergehen kann.
Sulfonylharnstoffe besitzen eine Vielzahl von Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, die die Wirkung verstärken oder auch abschwächen können.
pictErfahrung Meine Erfahrungen:
Ich selbst habe nie ein Medikament aus dieser Gruppe eingenommen. Der Hauptgrund dafür war natürlich die Gefahr einer Unterzuckerung, zumal sich die Nahrungsaufnahme nach der Medikamenteneinnahme richten muss und auch alle anderen blutzuckersenkenden Gegebenheiten, wie z. B. verstärkte Bewegung, Krankheiten o. ä. bei der Medikamentendosirung berücksichtigt werden muss. Dies kommt der Anwendung von Langzeitinsulin durch die Spritze nahe, die aber wesentlich weniger Nebenwirkungen besitzt. Ein zweiter Grund war natürlich die notwendige absolute Alkoholabstinenz, die aus meiner Sicht meine Lebensqualität doch beeinträchtigen würde. Auch mein Hausarzt und später meine Diabätologin haben mir von dieser Medikamentengruppe abgeraten.
Allerdings besitze ich durch meiner Mutter doch einige Erfahrungen, zumindest mit Glibenclamid. Mittlerweile 90ig-jährig nimmt sie dieses Medikament ohne Probleme seit ca. 15 Jahren ein. Nur einmal vor etwa 4 Jahren erlitt sie eine plötzliche und lebensbedrohliche Unterzuckerung ohne jegliche Zuordnung zur Lebensweise. Wäre der Pflegedienst oder ich nicht gerade anwesend gewesen, hätte das wahrscheinlich ihr Ende bedeutet. Dies soll das nicht zu unterschätzende Risiko der Sulfonylharnstoffe verdeutlichen.


3. Januvia
Januvia ist ein sogenannter DPP4-Hemmer mit dem Wirkstoff Sitagliptin. Es trägt dazu bei, den nach einer Mahlzeit gebildeten Insulinspiegel zu erhöhen und senkt so die vom Körper produzierte Zuckermenge. Die erzielte Wirkung ähnelt also der von Sulfonylharnstoffen, wobei jedoch der Wirkmechanismus ein ganz anderer ist. Der entscheidende Unterschied für den Anwender besteht sicherlich darin, dass kaum eine Unterzuckerung auftreten kann. Januvia ist in Deutschland erst seit 2007 auf dem Markt.
pictErfahrung Meine Erfahrungen:
Nachdem meine Löwenzahneinnahme auf die Dauer keinen Erfolg mehr zeigte, begann ich Mitte Juni 2011 mit der Einnahme von Januvia. Die Entscheidung für dieses Medikament traf meine Diabetologin. Aus den Diagrammen der Tagesprofilmessungen war ersichtlich, dass bei mir insbesondere der Nüchternzuckerwert stark erhöht war. Dem sollte durch Einnahme von Januvia vor dem Schlafen gehen entgegengewirkt werden. Es dauerte fast einen Monat, bevor eine Blutzuckerreduzierung eintrat. Dann zeigte sich wieder an Hand der Diagramme, dass die Nüchternwerte erheblich gesenkt werden konnten und der Tagesverlauf zudem ausgeglichener verlief. Der HbA1c-Wert konnte um etwa 1 % gesenkt werden. Nebenwirkungen oder gar Unterzuckerungen traten bei mir bisher nie auf, auch nach 5,5 Jahren nicht, denn ich nehme das Medikament heute noch ein.

4. Metformin
Metformin ist sicherlich das bekannteste und auch am häufigsten angewendete Medikament zur oralen Behandlung von Diabetes. Man könnte es auch als "Arbeitspferd" der Antidiabetika bezeichnen. Erwähnenswert ist, dass es ursprünglich aus den Wirkstoffen einer Pflanze, der Geißraute, welche für hervorragende antidiabetische Eigenschaften schon sehr lange bekannt ist, chemisch entwickelt wurde. Der Wirkmechanismus ist allerdings seit nunmehr über 40 Jahren bis heute immer noch nicht bekannt.
Bei Anwendung von Metformin kann praktisch keine Unterzuckerung auftreten.
pictErfahrung Meine Erfahrungen:
Ende Dezember 2011 zeigte sich anhand der Tagesprofilmessungen und auch des HbA1c-Wertes, dass sich meine Zuckerwerte trotz Januvia wieder verschlechterten. Meine Diabetikerin verordnete mir zusätzlich 1x täglich 500 mg Metformin. Wie die Diagramme aus den Tagesprofilmessungen zeigten, verbesserten sich vor allem die Werte 2 h nach dem Frühstück und vor dem Schlafengehen, nicht aber die Nüchternzuckerwerte. Insgesamt ergab sich aber wieder eine Verbesserung beim Blutzucker um ca. 1 mmol/l und 1 % beim HbA1c. Ich erreichte also wieder akzeptable Werte, wie bei den vorangegangenen Massnahmen. Diese Werte konnte ich, natürlich mit Abweichungen nach oben und unten, bis zum Frühjahr 2015, also fast 3,5 Jahre halten.
Auftretende Nebenwirkungen waren bei mir in Form von leichtem Durchfall, aber ohne gravierende Bauchschmerzen und gelegentlichem Appetitsverlust vorhanden, hatten aber keinen wesentlichen Einfluss auf meine gewohnte Lebensqualität.
Weil sich meine Zuckerwerte im Frühjahr 2015 wieder verschlechterten, erhöhte meine Diabetologin die Metformingabe auf 2x 1000 mg pro Tag, was der in der Packungsbeilage angegebenen höchsten Dosis entsprach. In meinem speziellen Fall ergaben sich auch nach vierteljähriger Anwendung keinerlei Verbesserung der Blutzuckerwerte.


5. Forxiga und Xigduo
Forxiga mit dem Wirkstoff Dapagliflozin ist das neueste orale Antidiabetikamedikament. Es ist erst seit Dezember 2012 auf dem Markt und besitzt einen völlig neuen Wirkmechanismus. Das Präparat wirkt, indem es überschüssigen Zucker mit dem Urin aus dem Körper entfernt.
Wie bei allen Medikamenten können auch hier Nebenwirkungen auftreten. Am heißesten diskutiert wird ein erhöhtes Risiko für Harnwegsinfektionen. Relativ häufig soll es auch zu Dehydrierungserscheinungen kommen. Eine Unterzuckerung ist allein durch das Präparat nicht möglich, allerdings in Kombination mit anderen Präparaten, die eine Unterzuckerung hervorrufen können. Das Präparat gibt es unter dem Handelsnamen Xigduo auch in Kombination mit Metformin.
pictErfahrung Meine Erfahrungen:
Im August 2015 verschrieb mir der Diabetologe zusätzlich Forxiga (10 mg pro Tag). Der Erfolg übertraf meine Erwartungen. Der Blutzucker sank schon nach 2 Wochen um ca. 1 mmol/l und im Verlauf von ca. 2 Monaten nocheinmal um ca. 1 mmol/l. Vor Einnahme von Forxiga, hatte der HbA1c Werte von 8,0 und 8,2 % erreicht. Nach der Einnahme sank er auf 7,1%, dann auf 6,6%. Diesen Wert konnte ich bis zum heutigen Zeitpunkt, also über 1 Jahr halten.
Die Diagramme aus den Tagesprofilmessungen zeigten ausserdem einen wesentlich ausgeglichneren Verlauf.
Nebenwirkungen in Form von Harnwegsinfektionen traten bisher nicht auf. Peinlichste Hygiene, sowie täglicher Wäschewechsel scheinen eine sehr wesentliche Rolle dabei zu spielen.
Eine geringe Dehydratisierung könnte bei mir als Nebenwirkung bisher aufgetreten sein. Anzeichen, wie gelegentlich trockener Mund nach dem Aufstehen, starkes Durstgefühl nach scharfen Mahlzeiten und gelegentliche Schläfrigkeit oder Müdigkeit sprechen dafür. Allerdings kann ich sie nicht eindeutig dem Medikament zuordnen.


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Fotos: M. Koch Oberweißbach,

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