((Bild: Mein Weg mit Diabetes Mellitus))



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1. Zur Schulmedizin über Diabetes Mellitus Typ 2


Natürlich möchte ich hier nicht alle Schulweisheiten aufführen, die Ihnen schon bekannt sein dürften. Ich gehe davon aus, dass Sie über Ihre Krankheit durch Ihren Hausarzt, Diabetologen, Diabetesschulungen, Broschüren oder das Internet ausreichend informiert sind.

Dazu folgende Ergänzungen:
Jeder Mensch ist anders. Etwa 80 % aller Diabetiker haben Übergewicht, 20 % dagegen nicht. Der Eine kommt viele Jahre, teilweise sogar sein ganzes Leben, ohne Spritze aus. Bei dem Anderen nimmt die Diabetes einen dramatischeren Verlauf. Einer meiner Bekannten legte großen Wert auf regelmäßige Gesundheitschecks und die Kontrolle seiner Blutwerte. Alle seine Werte lagen immer im Normalbereich. Dennoch musste er eines Tages mit einer lebensgefährlichen Überzuckerung ohne erkennbare Ursache ins Krankenhaus. Nach kurzer Behandlung kommt er schon seit Jahren mit nur einer Metformin-Tablette aus. Eine Bekannte von mir litt Jahre lang unter Diabetes 2. Sie richtete Ihre Ernährung präzise nach Ihrer Diabetes aus und verwendete selbst zum Kochen und Backen nur spezielle Diabetesprodukte. Eines Nachts erlitt sie eine Überzuckerung bis hin zum Koma, aus dem sie nicht wieder erwachte.
Folgt man den Literaturangaben, so scheinen auch die Ursachen für Diabetes sehr mannigfaltig zu sein, unser Wissen darüber aber eher gering. So frage ich mich manchmal, ob es sich bei der Diabetes nicht gar um eine ganze Gruppe von Erkrankungen handelt und nur das Erscheinungsbild ist immer gleich oder ähnlich.
Was ich vor allem sagen möchte ist, dass alle Erfahrungen, die ich mit der Krankheit gemacht habe, nur für mich gelten. Dem Einen oder Anderen werden sie im vollen Umfang von Nutzen sein, dem anderen wahrscheinlich nur teilweise und manch einem vielleicht auch überhaupt nicht. Wichtig erscheint mir, dass sich ein jeder mit seiner Diabetes auseinandersetzt, für ihn persönlich relevante Verhaltensgrundlagen entwickelt und auch umsetzt, um sein weiteres Leben in Bezug auf seine Vorstellung von Lebensqualität optimal zu gestalten.
Dabei wird es zur Schulmedizin sicher einige Abweichungen geben. Unter Lebensqualität versteht ein jeder etwas anderes. Auch Hinweise auf alternative Behandlungsmethoden sind sehr manigfaltig. All das muss nicht ausser Beachtung bleiben. Aber entscheidend sollten immer die Hinweise des behandelnden Arztes sein. Dabei ist es von großer Bedeutung, zu ihm ein sehr gutes Vertrauensverhältnis aufzubauen. Das klappt aber nur dann, wenn sich auch der Arzt in Ihre Gewohnheiten, Lebensweise und Ihre Lebenssituation hineinversetzen kann. Funktioniert das nicht und Sie neigen dazu die ärztliche Meinung zu ignorieren, dann wechseln Sie besser den Arzt, anstelle sich ganz von der Schulmedizin abzuwenden.
In vielen Fällen ist es allerdings notwendig seine Lebensweise radikal zu ändern.
Etwa 80 % aller an Diabetes 2 Erkrankten sind übergewichtig. Natürlich steht zur begleitenden Behandlung die Reduzierung des Körpergewichtes an erster Stelle. Diätpläne und Ernährungsrichtlinien gibt es jede Menge. Aber damit ist es bei der Umsetzung nicht getan, denn entscheidend ist, was sich im Kopf abspielt.

Hier mal eine beispielgebende kleine Rechnung:
Ich wiege seit vielen Jahren ca. 87 kg bei einer Körpergröße von 1,86 m.
Als Faustformel für das Normalgewicht gilt, Körpergröße (in cm) – 100, also in meinem Fall wären das 86 kg, was bedeutet, mein Körpergewicht ist nahezu normal.
Nehmen wir nun einmal einen Menschen, der bei gleicher Körpergröße 150 kg auf die Waage bringt (manche wiegen ja noch erheblich mehr). Gegenüber seinem Normalgewicht wären das 64 kg mehr.
Eine vollbestückte Getränkekiste wiegt – je nach ihrer Art – zwischen 15 und 20 kg.
Jetzt werde ich mit meinem übergewichtigen Kumpel, der über die gleiche Kondition wie ich verfügt, ein kleines Wettrennen veranstalten – sagen wir über eine Strecke von 100 m.
Mein Kumpel hat allerdings das Problem, dass er etwa 4 volle Getränkekisten mitschleppen muss, ich dagegen nicht – ein ungleiches Rennen. Es ist aber noch viel verrückter, denn die 4 Kisten schleppt er ständig mit sich herum, egal was er gerade tut.
Dieses Beispiel demonstriert eine Kopfsache. Wer schleppt schon gern ständig 4 Getränkekisten mit sich herum. Um die Kisten loszuwerden, sollte man sich das, ergänzend zu einer Diättherapie, beim Essen ständig vor Augen halten.

Der Normalgewichtige würde empfehlen, "einfach weniger essen ". Aber so einfach ist das nicht. Man muss sich in die Lage des Übergewichtigen versetzen. Dann ergibt sich folgendes Bild:
Für den 100 m Lauf z. B. benötigt er wegen der 4 Getränkekästen wesentlich mehr Energie als der Normalgewichtige. Der Körper verlangt seinen Tribut und ist bestrebt, den Energieverlust auszugleichen, um die Kondition zu erhalten. Der Schwergewichtige bekommt viel mehr Hunger. Gleicht er den erhöhten Energieverlust, der ja wegen seines Übergewichtes ständig auftritt, durch die Nahrungsaufnahme aus, kommt es zu weiteren Kohlehydrat- und Fettreserven, die die Leber in Form von Fetten im Körper ablagert und für schlechtere Zeiten speichert. So wird sich sein Körpergewicht im Laufe der Zeit weiter erhöhen und aus den 4 Getränkekisten werden 5 oder 6. Es ist ein Teufelskreis, den es zu besiegen gilt.
Die Verringerung des Körpergewichts kann nur funktionieren, wenn die bereits gespeicherten Energiereserven teilweise aufgebraucht werden und das wiederum funktioniert nur, wenn Energieverluste nicht durch die Nahrungsaufnahme ausgeglichen werden.
Bei allen Schwierigkeiten kann sich der Übergewichtige nur selbst helfen, wenn er dem Verlangen seines Körpers nach Nahrung, Bewegung und Diät entgegen setzt. Die Bereitschaft dazu spielt sich aber in erster Linie im Kopf ab und ist alles andere als einfach.
Ich bin der Meinung, dass zumindest bei übergewichtigen Diabetikern die ziemlich am Anfang ihrer Erkrankung stehen und bei denen die Zuckerwerte sich noch in Grenzen halten (Langzeit-Blutzucker HbA1c unter 9 %) die diabetischen Aspekte gegenüber der Gewichtsreduzierung eine untergeordnete Rolle spielen. In den meisten Fällen wird letztere zu einer erheblichen Senkung des Blutzuckers führen. Erst wenn durch die Gewichtsabnahme keine normalen Werte mehr erreicht werden, was früher oder später der Fall sein wird, sollte man über weitere Maßnahmen nachdenken.
Bitte beim Lesen aber nie vergessen, dass es meine persönliche Meinung ist.
Was aber ist mit den restlichen 20 % der Normalgewichtigen, die an Diabetes 2 erkrankt sind?
Einerseits benötigt der Körper Energie, die durch Aufnahme von Kohlenhydraten (Zucker), Fett und Eiweis zur Verfügung gestellt wird. Andererseits ist der erkrankte Körper nur noch teilweise in der Lage den Zucker zur Verwertung aufzuschließen, also wiederum ein Teufelskreis. Der Schulmedizin folgend ist es wichtig, mit der erforderlichen Zuckeraufnahme, also dem erforderlichen Zuckerhaushalt so umzugehen, dass Spitzenwerte des Blutzuckers vermieden werden.
Wichtig dazu ist, erst einmal zu wissen, dass unter dem Begriff "Kohlenhydrate" verschiedene Zuckerarten zusammengefasst sind, die aber letztlich alle im Körper zu Glukose umgewandelt werden, die einerseits als Energielieferant dient, andererseits den Blutzucker ansteigen lässt.

Man unterscheidet verschiedene Zuckerarten:

  • Einfachzucker (Monosaccharide), wie z. B. Traubenzucker können direkt vom Körper verarbeitet werden, denn sie bestehen schon aus reiner Glukose. Sie lassen den Blutzucker sofort nach der Verdauung sprunghaft ansteigen, der dann extrem hohe Werte erreicht.

  • Zweifachzucker (Disaccharide), wozu auch unsere Süßstoffe wie Rohrzucker und Rübenzucker zählen, müssen vor der Verwertung erst in Einfachzucker, also Glukose, umgewandelt werden. Das geschieht aber sehr schnell, wodurch der Blutzucker immer noch recht schnell ansteigt und hohe Werte erreicht.

  • Mehrfachzucker (Polysaccharide), wobei die Stärke der wichtigste Mehrfachzucker ist und nicht süß schmeckt, müssen ebenfalls erst über mehrere Zwischenschritte zu Glukose abgebaut werden. Dieser Abbau dauert aber wesentlich länger. Der Blutzucker erreicht erst nach 1–2 Stunden seinen höchsten Wert, der dann bei weitem nicht so hoch liegt wie bei den beiden einfacheren Zuckerarten.
Ziel einer jeden Diättherapie für normalgewichtige Diabetespatienten ist es demzufolge, die erforderlichen Kohlenhydrate dem Körper durch Produkte zuzuführen, die viel Stärke enthalten und Süßes möglichst zu vermeiden.
Die verminderte Produktion des noch aktiven Insulins erfolgt kontinuierlich im Körper, also erscheint es nur logisch, die Kohlenhydrataufnahme auch kontinuierlich über den Tag zu verteilen, um eine Erhöhung des Blutzuckers zu mindern. Aus diesem Grund sind mehrere kleinere Mahlzeiten am Tag sinnvoll.
Jetzt kommt aber wieder das Wörtchen "Lebensqualität" ins Spiel – man möchte nur ungern auf die süßen Naschereien verzichten und auch das süße Obst soll ja wegen des Vitamingehaltes gesund und wichtig sein.
Meine Logik sagt mir: Kein Verzicht, aber auf mehrere Male und unbedingt zwischen die Mahlzeiten verteilen!
Warum sollte man auch nicht den süßen Nachtisch erst 1–2 Stunden nach dem Mittagessen geniesen, oder 1 Stunde vor dem Schlafengehen noch eine Orange essen?
Man kann sich ja dann bei den Hauptmahlzeiten etwas zurückhalten, in der Vorfreude, dass es ja bald wieder etwas zum Naschen gibt.
Soviel zur Ergänzung bzgl. Schulmedizin.

pictStift Hier noch eine wichtige Bemerkung:

Alle hier angegebenen Blutzuckerwerte erfolgen in der aktuellen Maßeinheit mmol/l. Da es immer noch Ärzte und auch Patienten gibt, die die veraltete Maßeinheit mg/dl benutzen, hier die Umrechnung:
mg/dl x 0,0555 = mmol/l
mmol/l x 18,02= mg/dl

pictStift Eine zweite wichtige Bemerkung:

Die Erfassung einzelner Blutzuckerwerte in mmol/l oder mg/dl weisen starke Schwankungen auf. Auch aus mehreren Messungen erstellte Tagesprofile unterliegen in ihren Durchschnittswerten immer noch natürlichen Schwankungen. Um die Gesamtsituation des Diabetespatienten zu erfassen und durch den Arzt zu therapieren, ist der HbA1c-Wert sehr wichtig. Den meisten Diabetikern ist dieser Begriff bekannt. Wegen der Wichtigkeit dieser Größe dazu noch ein paar Ausführungen:
Der Blutwert HbA1c hat eine große Bedeutung bei der Verlaufskontrolle von Patienten mit Diabetes. Dieser wichtige Laborwert erlaubt einen Rückschluss auf die Blutzuckereinstellung der letzten acht bis zwölf Wochen. Nur grob ausgedrückt besagt er folgendes.
Hämoglobin (Hb) ist der rote Blutfarbstoff in den roten Blutkörperchen, welcher in erster Linie für den Sauerstofftransport verantwortlich ist. Durch den vorhandenen Einfachzucker im Blut, der Glukose, ganz allgemein auch Blutzucker genannt, kommt es zur teilweisen Anlagerung (chemischer Prozess) der Glukose an das Hämoglobin. Diese "Glykierung" führt zu glykiertem Hämoglobin (HbA1). Das geschieht bei jedem Menschen. Die durchschnittliche Konzentration des glykierten Hämoglobins ist vom mittleren Blutzuckerspiegel abhängig. Das bedeutet, dass die entsprechenden Werte beim Diabetiker höher liegen, als beim gesunden Menschen. Auf Grund der chemischen Trägheit dieser Reaktionen wird im Gegensatz zu den herkömmlichen Blutzuckerwerten keine Momentaufnahme wiedergegeben, sondern ein längerfristiger Durchschnittswert. So gibt dieser HbA1-Wert Auskunft über die Blutzuckerverhältnisse der letzten acht bis zwölf Wochen. Daher wird er umgangssprachlich auch als Langzeit-Blutzucker oder Blutzuckergedächtnis bezeichnet.
Die Angabe erfolgt als Anteil des zuckerbehafteten Hämoglobins (Glykohämoglobin) im Verhältnis zum Gesamthämoglobin, also mit der Maßeinheit %. (Der letzte Index "c" gibt die Stelle der Anlagerung im Molekül an und dient der Vereinheitlichung der Messwerte, deswegen HbA1c, Details erspare ich mir hier).
Nach der Einführung dieses Wertes gab es allerdings einige Hürden zu nehmen. Die Bestimmung des HbA1c statt HbA1 beseitigte die größten Differenzen in den Messergebnissen.
Jedoch gibt es eine Fülle von Messmethoden, die Werte liefern, die sich nur bei gleicher Messmethode vergleichen lassen, ansonsten aber recht unterschiedlich ausfallen. Dieser Umstand wurde erst 2009 durch Standardisierung bereinigt.
Um irritierten Diabetikern, die ihre Laborauswertungen verfolgen aus der Klemme zu helfen, muss ich auch auf diesen Umstand noch hinweisen.
Aus den genannten Standardisierungsgründen (Vergleichbarkeit der Messwerte) wurde eine bestimmte Messmethode festgelegt, die die Werte verschiedener Labore vergleichbar macht. Dadurch bedingt ergibt sich aber eine neue Maßeinheit. Gegenüber der alten %-Angabe erfolgt nunmehr eine Angabe in mmol/mol (nicht zu verwechseln mit mmol/l, der Einheit für die Blutzuckermessung).
Künftig wird diese Einheit auch in Deutschland als Standard eingeführt, was anfangs zu einigen Verwirrungen führen dürfte. Aus diesem Grund werden derzeit (Stand 2017) die Werte in den meisten Laborberichten in beiden Einheiten angegeben, z. B. als HbA1c in % und LZ-Zucker absolut bzw. HbA1cM bzw. HbA1c (IFCC) in mmol/mol.
Beide angegebenen Werte resultieren aus einer Messung und wurden im Laborbericht nur von mmol/mol in % umgerechnet, sagen also das Gleiche aus.
Die Umrechnung dieser Einheiten erfolgt unproblematisch aus:

HbA1cM in mmol/mol = (HbA1c in % – 2,15) x 10,929
oder
HbA1c in % = (0,0915 x HbA1 in mmol/mol) + 2,15 %

Die meisten Ärzte und Diabetologen bevorzugen derzeit noch die %-Angaben. Also tun Sie das am Besten auch und lassen sich nicht andersweitig irritieren.


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Fotos: M. Koch Oberweißbach,

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